Geschichte von Wiesen

Geschichte Wiesen

Wiesen wurde im Jahre 1346 erstmals erwähnt und entstand um 1300 als Rodungssiedlung, als an den Osthängen des Rosaliengebirges ausgedehnte Wiesenflächen gewonnen wurden. Bald erkannte man die besondere Eignung des Gebietes für den Obst- und Weinbau. Die ersten Siedler der neu entstandenen Siedlung dürften aus Mattersburg gekommen sein, zu dessen Gemarkung (Hotter) das Gebiet von Wiesen ursprünglich gehörte.
Die wirtschaftliche Lage des Ortes, der der Grafschaft zugehörig war, wurde unter anderem durch die Nähe der Stadt Wr. Neustadt begünstigt. Diese Stadt bot einen sicheren Absatzmarkt für die landwirtschaftlichen Produkte des Ortes, vor allem für das hochqualitative Obst. Daneben konnten viele Wiesener in den zahlreichen Manufakturbetrieben Wr. Neustadts einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgehen, sodass der Ort um das Jahr 1800 bereits über 1000 Einwohner zählte.
Wirtschaftliche Impulse für Wiesen gingen auch von der Errichtung der Bahnlinie Ödenburg – Wr. Neustadt aus, welche am 20. August 1847 eröffnet wurde. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Gemeinde einen kontinuierlichen Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach dem damals geltenden Recht zur Großgemeinde erklärt.
Nach dem 2. Weltkrieg, der auch von Wiesen einen hohen Blutzoll erforderte, setzte eine stürmische Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde ein, wobei die Berufs- und Sozialstrukturen des Ortes nachhaltig verändert wurden, wozu auch die im Bereich des Hotters entstandene Feriensiedlung Römersee beitrug.
Durch die Spezialisierung im Bereich Obstbau auf die Ananas- Erdbeerkultur, welche bereits in der Zwischenkriegszeit eingesetzt hatte, errang Wiesen als Erdbeerdorf einen weit über die Grenzen des Burgenlandes reichenden Ruf, der sich mit einer gut organisierten Vermarktung und Werbung noch steigerte.
Daneben wurde der Ort auch durch das seit über zwei Jahrzehnten bestehende alljährlich im Sommer stattfindende Jazz-Festival österreichweit bekannt.
Insgesamt kann daher gesagt werden, dass der Gemeinde Wiesen – sowohl aus historischer als auch aus gegenwärtiger Sicht - jene größere wirtschaftliche Bedeutung für die nähere Umgebung zukommt, welche eine Verleihung des Rechtes zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ rechtfertigt.  

  


zurück